Dem eigenen Leben nur zusehen?

Ich wache auf, ich gehe zum Zug, ich fahre zur Uni, ich lerne, ich sitze im gleichen Stockwerk, am selben Platz. Ich stehe auf, ich gehe zum Zug, ich fahre nach Hause, ich esse, das gleiche wie schon die Woche davor. Ich lese ein Buch, ich gucke meine Serie, ich lege mich hin, ich schlafe.

Ich stehe auf, ich gehe zum Zug, ich fahre zur Uni, ich lerne in der Bibliothek, ich sitze im gleichen Stock, am selben Platz. Ich stehe auf, ich gehe zum Zug, ich fahre nach Hause, ich esse, das gleiche wie schon letzte Woche. Ich lese ein Buch, ich gucke meine Serie, ich lege mich hin, ich schlafe.

Ich verliere den Sinn für Tage, für Wochen, für Monate, für Jahre. Alles fühlt sich gleich an, nichts scheint sich zu ändern. Die gleichen Leute, die gleichen Gespräche, die gleichen Momente, immer und immer wieder. Erinnerungen verschmelzen, besondere Momente verlieren sich im Gefüge des Alltags.

Ich wache auf, ich packe meinen Koffer, ich gehe zum Zug, ich fahre weg, weit weg, weg von den gleichen Leuten, den gleichen Gesprächen, den gleichen Momenten. Ich steige in das nächste Flugzeug, hin zum unbekannten Ziel. Ich hole meinen Koffer, ich gehe raus, raus in die Welt.

Und ich atme das erste Mal wieder seit langen richtig befreit. Ich sauge den Moment in mich auf. Ich speichere jedes kleines Detail das ich wahrnehme. Ich rieche. Ich schmecke. Ich sehe.

Ich gehe raus in die Welt. Ich treffe neue Leute und führe neue, interessante Gespräche. Ich erlebe großartige Momente, immer wieder Neues. Kein Tag ist wie der Andere, neue Herausforderungen, positive, negative Erfahrungen.

Nun lebe ich mein Leben. Ich bin kein bloßer Zuschauer mehr. Ich habe die Fäden selbst in der Hand.
 


 

Ich denke vielen von uns geht es so wie oben in der Einleitung beschrieben. Wir verlieren uns im Alltag, jeder Tag kommt einem vor wie der vorherige und manchmal fragt man sich, wofür mache ich das überhaupt? Was bringt es mir, jeden Morgen aufzustehen und einen weiteren Tag worüber gehen zu lassen, ohne selbst etwas erlebt zu haben, dass mir das Gefühl gibt zu leben?

Ich denke manchmal ist es einfach Notwendig aus diesem Alltagstrott auszubrechen.
Nur so lernt man die tägliche Arbeit wieder zu schätzen und auch zu lieben. Natürlich ist hierfür keine Weltreise nötig wie oben beschrieben. Sie soll einfach symbolisieren, einen Moment lang einen Schritt vom eigenen Leben zurück zu treten und sich einfach mal Zeit für sich selbst zu nehmen.
Das kann ein Wochenendtrip mit Freunden sein, aber auch einfach mal ein gemütliches Bad mit Kerzen und einem guten Buch.

Ich persönlich sollte mir diese ganzen schlauen Ratschläge auch einmal zu Herzen nehmen, es ist nur leider einfacher gesagt als getan. Aber ich nehme mir das jetzt ganz fest vor, denn ich möchte nicht mit Ende Zwanzig dastehen und überlegen müssen was ich die letzten 10 Jahre tolles gemacht habe. Lernen, noch mehr Lernen, und ein bisschen Arbeiten sollen dann nicht meine Antwort auf die Frage sein!

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14 Gedanken zu “Dem eigenen Leben nur zusehen?

    1. Hey 👋🏻 also erstmal, bin ich ja sowas von begeistert von deinem Blognamen! 😍
      Werde mir auf jeden Fall mal die Zeit nehmen und etwas rumstöbern! :)
      Ach man hat immer seine Phasen in denen man aktiver ist, mach dir da keine Gedanken ;)

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      1. Ja am Anfang flippt man bei jedem Neuankömmling auf der eigenen Seite total aus😅 Ist schon irre, dass sich Leute zu einem verirren und dann auch noch mögen was da steht😅😉

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  1. Hey :) ich finde es toll wie immer mehr Menschen erkennen, dass das Leben so viel mehr zu bieten hat als schlafen, arbeiten, essen und wieder schlafen^^…und dann auf den nächsten Urlaub oder den Ruhestand zu warten, weil dann ja endlich alles besser wird, dann kann man endlich sein Leben in vollen Zügen genießen :-/
    Trotzdem kommt es aber doch auf darauf an, was man aus dem macht, was man hat. Jede kleine Situation im Leben kann so gestaltet werden, dass man mehr Freude daran hat. Es ist die innere Einstellung zum Alltag und den immer selben Menschen und Dingen. Man selbst kann dieses ‚immer gleiche‘ doch ändern und braucht keine großen Veränderungen von außen ;) …..nur ein kleiner Gedanke dazu.

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    1. Ja genau das ist es! Ich werde endlich Leben wenn ich Abi habe, Studium habe usw….Man verschiebt es immer auf später, lebt aber den Moment nicht. Ich fürchte, dass ich selbst genauso bin, aber Einsicht ist ja bekanntlich der erste Weg zur Besserung!

      Das mit der Inneren Einstellung hast du wirklich schön gesagt! Das ist genau der Punkt, den ich versucht habe rüber zu bringen! :)

      Genau von solchen Gedanken soll dieser Blog leben! Ich möchte zum Nachdenken, Gedankenaustausch und diskutieren anregen! :)

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  2. Auch diese Geschichte zeigt eines unserer Probleme mit der heutigen Welt. Viele Menschen verlieren sich im Alltag, ohne sich Zeit für sich selbst zu nehmen. Auch ich merke oft dass ich gar nicht mitbekomme wie schnell denn die Zeit vergeht, weil ich nichts besonderes gemacht habe.
    Da ist es schön dass ich angefanen habe zu schreiben. Schon bald werde ich mein erstes Buch in Händen halten. Fast ein Jahr an Arbeit dass in etwas geflossen ist, was nicht dem gewöhnlichen Alltag entspringt, sondern meiner eigenen Kreativität, meinem eigenen Willen. Ein Jahr Arbeit, dass in etwas geflossen ist, was ich bin.

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